45+ 3. Liga Herren
Spielberichte Interclub 2019

15. Juni 2019,  Belp – Brodhüsi,  4 : 3

Versöhnlicher Abschluss einer rasanten Berg- und Talfahrt Während sich die schweren, schwarzen Gewitterwolken langsam und drohend vom Längenberg ins Belpmoos fallen liessen und die ersten Tropfen, den vom Regenradar längst angekündeten Sturm ankündeten, wurden unsere Gäste aus Wimmis lauthals und schmetternd verabschiedet. Mit einem gemütlichen Fondueplausch und einem hart erkämpften 4 : 3 Sieg in der Tasche, hatten wir diese durchzogene Saison gebührend ausklingen lassen.

Nach dem Erklimmen der Tabellenspitze zu Beginn der Saison, wurden wir auf der rasanten Talfahrt, mit anschliessendem Looping, doch arg durchgeschüttelt. Verletzungspech und Motivationsflauten schienen kein Ende zu nehmen. Da halfen keine Kompressionssocken, Tennisarmbandagen, keine Voltarenkuren und keine ausufernden Besprechungen nach den Trainingseinheiten. Eine unzweideutige Ansprache des Capitanos musste her (siehe Bericht Belp – Bolligen)... und siehe da. Das Schlimmste konnte abgewendet und den Tenniskameraden des TC Wohlensee überlassen werden.

Bei warmen Temperaturen, noch wärmerem Käse und kühlem Weissen wurden schon eifrig Pläne für die nächste Saison geschmiedet. Das Gerücht, dass Edy nächstes Jahr in Spanien sein Comeback mit uns feiern wolle, hielt sich hartnäckig und sogar unsere Mimose liess sich mit solch sonnigen Aussichten zu einem Verschieben seines gefühlt zehnten, angekündeten Rücktrittes bewegen. Da bin ich ja mal gespannt und setze noch ein Versprechen oben drauf:  So könnte ich mir ja sogar vorstellen, noch ein Jahr als euer Capitano zu leiden...

Auf ein Neues!  Mit euch fägt’s!

Il Capitano Matthias


 

1. Juni 2019, Kandersteg – Belp, 7:0

Auf dem Papier sollte es ein Spitzenkampf werden, trafen doch der Erste und der Gruppenzweite aufeinander. Die Vorzeichen standen eigentlich gut. Unsere zwei Langzeitverletzten trauten sich wieder einen Ernstkampf zu und nachdem auf der Hinfahrt hinlänglich geklärt wurde, dass der Captain einen Waschbrettbauch hätte, dem die Wäsche noch nicht entnommen wurde und er bei Pneu Egger langsam die Sommerreifen montieren lassen könnte, war die Stimmung schon ein erstes Mal auf dem Höhepunkt angelangt………zumindest bei den Spargeltarzanen und Modellathleten unseres Teams. Der geneigte Leser merkt vielleicht schon, dass die aufgekratzte Stimmung wohl nicht den ganzen Tag anhalten sollte. Tatsächlich,  dieser wunderschöne Sommerbeginn verkam zu einer etwas bitteren Pille, die mit dem einen oder anderen Bierchen heruntergespült werden musste.  Lag‘s an der dünnen  Luft, vielleicht an den schnellen Platzverhältnissen, gespickt mit überraschenden Spassbremsen, in Form von unregelmässig verteilten Sandhäufchen,  der zunehmenden Hitze und dem hellen Licht?  Oder lag’s eventuell auch ein wenig am besseren Gegner……… aber offensichtlich  schien sich keiner von uns, ob mit oder ohne Waschbrettbauch, zwischen den Autozügen nach Süden und den, nach dem kühlen Oeschinensee strömenden Menschenmassen, wirklich wohl zu fühlen. Es kam, wie es kommen musste. Wohlgenährt, aber mit einer 7 : 0 Klatsche im Gepäck, wurden wir zurück ins Tal und in die Niederungen der Tabelle geschickt, was wohl wenigstens die leide, alljährliche Diskussion um Auf- oder Nichtaufstieg ad Acta führen sollte. Die nächsten zwei Wochen sind zur individuellen Pflege aller psychischen und physischen Wehwehchen einzusetzen, damit wir uns mit einem fulminanten Saisonabschluss bei den beinahe-Oberländern von Brodhüsi revanchieren können.


 

26. Mai 2019, Belp – Bolligen, 2:5

Das zarte Pouletfleisch verabschiedete sich mit der Gabel  von den Knochen.  Die ehemals straffen Schenkelmuskeln lösten sich spielend in ihre Fasern auf und nahmen,  ohne sich gross zu wehren, die Form ihres metallharten Gegners an. Kein Aufbäumen, kein Aufbegehren war zu hören. Der  Widerstand war gebrochen.  Da nützte auch keine pikante Currysauce, kein leckerer Wein, kein süsses Dessert. Die Luft hatte sich nicht nur aus den Lungen verabschiedet.  Aus stolzen, aufrechten  Freilandgockeln waren  warm  geduschte, gerupfte und an ihren Hälsen aufgehängte Suppenhühner geworden. Nicht einmal der obligatorische Schluck aus der Schnapsflasche konnte dieses Resultat noch drehen, was doch immer zu unseren ganz grossen Stärken gehörte…

Oder wie meinte doch schon Adenauer: Hinfallen ist nicht schlimm, liegen bleiben dagegen schon! Wir sehen uns nächsten Dienstag im Training!  Il Capitano


 

19. 5. 2019, TC Wohlensee – TC Belp, 1 : 6
Matchberichte zu verfassen, kann ja durchaus auch einen positiven, therapeutischen Effekt aufweisen. Statt sich auf ein rotes Sofa zu legen, kann ich allen Verlierern nur empfehlen, sich mit einem Stift den Frust von der Leber zu schreiben. Damit der entstehende Text aber auch eine gewisse psychologische Tiefe erreicht und für einen zukünftigen Erfolg positive Auswirkungen haben kann,  sind euch hier einige Lebensweisheiten von berühmten Mitmenschen, wie knackige Passierbälle, um die Ohren gehauen…
  • Erfolg besteht darin, dass man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment gefragt sind. (Henry Ford)
  • Am Mute hängt der Erfolg. (Theodor Fontane)
  • Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen. (Friedrich Nietzsche)
  • Wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein. (Marie von Ebner-Eschenbach)
  • Das Doping der Erfolgreichen ist das Risiko. (Sigmund Graff)
  • Der Erfolg bietet sich meist denen, die kühn handeln, nicht denen, die alles wägen und nichts wagen wollen. (Herodot)
aber auch…
  • Mancher verdankt seinen Erfolg den guten Ratschlägen, die er nicht angenommen hat. (Ferenc Molnár)
  • Unsere Fehlschläge sind oft erfolgreicher als unsere Erfolge. (Henry Ford)
…und jetzt dürft ihr dreimal raten, wer letztes Wochenende am Wohlensee als einziger unseres Teams verloren und ein bisschen Aufmunterung nötig hat.
Matthias Bruppacher  (il capitano)
11. Mai 2019, Schmitten – Belp, 3:4
Wer von uns glaubte, im Westen gäbe es nichts Neues, musste sich eines Besseren belehren lassen. Der verzögerte Start ins diesjährige Interclub – Abenteuer entpuppte sich schliesslich als hollywoodreife Begegnung der dritten Art.
Uns als the Fast and Furious Five zu bezeichnen ist zugegebenermassen etwas hoch gegriffen. Das Schweigen der Männer widerspiegelt aber unseren Auftritt auch ungenügend. Aber alles schön der Reihe nach.
Keiner von uns hat früh morgens wohl ernsthaft mit einer Durchführung der Begegnung gerechnet, sich noch einmal genüsslich umgedreht, von einem gemütlichen Samstagmorgenbrunch um zwölf Uhr mittags geträumt und weiter gedöst. Tatsächlich hätte ich nicht eine Handvoll Dollar auf Spiel gewettet, prasselte doch, just als das Telefon des schmittener Captains einen Spielbeginn um 09:00 Uhr ankündete, heftiger Regen auf meine Dachluke.
Die ziemlich regenresistente, aber wenigstens sandplatzfarbige Unterlage liess es tatsächlich zu, dass wir pünktlich mit drei Einzel beginnen konnten. Die Vögel  liessen sich krächzend von den Windböen von Wipfel zu Wipfel tragen, im angrenzenden schmittener Forrest gumpte sich die zweite Garde auf der Finnenbahn warm. Während der Schreiberling eigentlich ziemlich klar Herr der Dinge war, ging Marc auf dem Nebenplatz, mit seiner gefühlt zehnten Zerrung in der Wade, durch die Hölle, und Doktor Edy Schiwago  spielte auf der Jagd nach dem verlorenen Satz erfolglos das Lied vom Lob. Dann traf ein, was sich schon länger drohend angekündet hatte: Regen- und Graupelschauer, Donner und Windböen in Orkanstärke. Als schliesslich die Mützen weiter flogen als die Bälle, musste die Begegnung unterbrochen werden.
Nach einer längeren Pause, in der die Tennisschläger mit Besen, Abziehnetzen, Schaumstoffstöpseln und anderen Gerätschaften getauscht wurden und man sich eher an einer Veranstaltung der freiwilligen Feuerwehr wähnte, konnte tatsächlich wieder gespielt werden. Und wie! Während Res einem souveränen Ko-Sieg (sorry Wo-Sieg) entgegensteuerte, kämpfte Dieter mit der etwas seifig gewordenen Unterlage. Der Schuh des Manitou rutschte mehrfach und die nicht immer ganz Fair Lady am Spielfeldrand entpuppte sich beim gemütlichen Beisammensein nach dem Spiel als Schwester eines Schmitteners.
Die Doppel mussten also wieder einmal entscheiden. Manche mögen’s ja schweiss -ig. Edy jedoch glaubte nicht mehr an eine Weiterführung und war schon in der Dusche verschwunden. Zusammen mit dem heissgelaufenen Dieter gelang ihm jedoch eine duftende Rückkehr des Edi-Ritter. Sie holten den entscheidenden Siegpunkt in der Manier zweier glorreicher Halunken, nachdem wir anderen Bluesbrothers vom Wind und dem Gegner ziemlich arg zerzaust wurden.
Diese in jeder Beziehung oscarverdächtige Begegnung wird uns sicher noch länger in bester Erinnerung bleiben. Daran wird auch die Grüne Fee und ihre mystische Wirkung nichts ändern können...
Matthias Bruppacher