45+ 3. Liga Herren
Spielberichte Interclub 2018

6. Mai 2018, Plasselb - Belp

Die Anfahrt in die malerischen freiburgischen Voralpen liess es schon erahnen. Die schwarzweissen Kühe auf den saftigen Weiden sollten das einzig Farblose an diesem heissen und farbigen Interclubstart sein. Der Captain und Autor dieses Matchberichtes war reichlich gespannt, wie sich die „Jungen“ im Spiel 1 nach der internen Wachtablösung schlagen würden. Er wurde nicht enttäuscht und was sich schon im Training andeutete, wurde auch auf dem Platz bestätigt. Unsere „Küken“ Giorgio, Adrian und Peter übernehmen Verantwortung und lassen unsere Einteilung in die Kategorie 45+ definitiv nicht zur Muppetshow werden. Von dieser jugendlichen Power mitgerissen, spielten wir einen abgebrühten 6 : 1 Sieg nach Hause. Schliesslich, bei Speis und Trank, legten dann wir älteren Semester alle unsere Erfahrung in die Begegnung, damit sie vom sehr gastfreundlichen Gegner nicht noch gedreht werden konnte. Der Mix stimmt. Die kommenden Gegner seien gewarnt und ihnen wird empfohlen, sich warm anzuziehen.

Sportliche Grüsse

Matthias


12. Mai 2018, Belp – Schmitten

Die Freiburger scheinen uns zu liegen…….nachdem ich im abschliessenden Doppel nach guter, alter Väter Sitte einen einfachen Schmetterball knapp neben die Grundlinie gesetzt hatte und wir so, dem wie erwartet starken Gegner, den Ehrenpunkt geschenkt hatten, konnten wir den zweiten 6 : 1 Erfolg in Serie ausgiebig feiern. Auf dem frisch gemähten Rasen, geborgen unter unseren riesigen Sonnenschirmen, träumten wohl schon einige lauthals von einem rauschenden Aufstiegsfest im nahen Ausland….. doch lasst uns Spiel für Spiel nehmen! Kuriert eure Wehwehchen und trainiert mal schön; es ist durchaus noch Steigerungspotential vorhanden. Jetzt kommen die harten, höhlengereiften Emmentaler-Brocken auf uns zu. Aber ihr wisst ja…………jeder Käse braucht ab und zu eine gesalzene Abreibung!


27. Mai 2018, Sumiswald – Belp

Alles schien auf einen Kurzurlaub im heimeligen Emmental hinzuweisen. Unser zahlenmässig letztes Aufgebot sammelte sich gutgelaunt, aber zu unchristlicher Stunde beim Tennisplatz in Belp. Die unterarm-sponsorisierte Nr. 3 erschien gar mit einem schicken Rollköfferchen. Aber häufig kommt es eben anders, als man denkt ...

Der King of Slice, mit YB-Schal im Hosensack, war dem Dauerdruck seines Gegners nicht ganz gewachsen. Sollte das ein schlimmes Vorzeichen für den bevorstehenden Cupfinal sein?  Gleichzeitig ging unserem Duracellman auf Platz 1 langsam aber sicher der Strom aus. Ein klassischer Fehlstart, den wir aber mit den restlichen Einzeln noch ausbügeln konnten. Es brauchte schon die niederschmetternde Nachricht von YBs Cupfinalniederlage, um uns endgültig von der Siegerstrasse abzubringen.

Nach achtstündiger Abnützungsschlacht auf und neben den zwei Plätzen, war unsere erste Saisonniederlage schliesslich Tatsache, Peters Gesichtsfarbe bei einer knappen Neun auf der 10-teiligen Rot-Skala angelangt und nur das erlösende „Plopp“ der Appenzeller Bügelflaschen konnte uns vom Gang zum Physiotherapeuten im Forum Sumiswald gegenüber abhalten.

Nach einem herzhaften Kotelett und etwas primitivem Rebensaft aus Süditalien, war fast alles wieder gut und der Duracellman chauffierte uns mit seiner 4000 km grossen, kalifornischen Erfahrung sicher durch die kurvenreiche Strecke zurück nach Belp.


2. Juni 2018, Belp Worb

Eigentlich war das Spiel ja schon verloren. Nach dem klar gewonnenen ersten Satz und der gefühlten zehnten Wadenzerrung im zweiten, war an ein erfolgreiches Weiterspielen nicht mehr zu denken. Nur ein Wunder konnte den einzigen, luxemburgischen Hochsprung-Landesrekordhalter unseres Teams noch retten. Nachdem die schmerzenden Körperstellen dick mit Pferdesalbe eingeschmiert waren, geschah, was niemand für möglich gehalten hatte; der Biss und die Geschmeidigkeit kam wieder zurück! Zugegeben, für einen neuen Hochsprungrekord hätte es wohl nicht gereicht, aber der Gegner wurde dermassen verunsichert, dass dieser bald nichts mehr auf die Reihe brachte und sang- und klanglos  6 : 0 im Dritten einging.

Gepusht durch diese bewundernswerte, tierische Willensleistung, konnten wir gegen einen unerwartet starken Gegner unseren dritten Sieg im vierten Spiel einfahren. Diesem Umstand verdanken wir nun den ultimativen Spitzenkampf  in der letzten Runde, gegen den nur einen winzigen Punkt zurückliegenden TC Kirchberg.  Jeder noch einigermassen gesunde Anwesende wird wieder alles geben und es könnte durchaus sein, dass aus unserer Garderobe schon vor der Begegnung ein ungeduldiges Scharren und Wiehern zu hören sein wird...


9. Juni 2018, Belp Kirchberg

Über dem Moos verzogen sich die letzten Reste der Gewitterwolken des Vorabends. Es schien wieder einer dieser schwülen, durstigen Tage zu werden, die uns der Juni zu Hauf bescherte. Was ich noch nicht ahnen konnte war, dass es auch ein spannender, ja dramatischer Tag werden würde, der uns da bevorstand. Ein kleines Drama, bei welchem Hitchcock gekonnt Regie führte und allen Unrecht gab, die behaupten, Altherrentennis müsse zwingend öde und langweilig sein.

Die Ausgangslage war klar, aber auch verzwickt, unser Einpunktepolster verführerisch und gefährlich zugleich. Unser Duracellman schien wie geschaffen, den Meisterexpress auf Kurs zu bringen. Bis zum 5 : 0 und dem hörbaren Knacks in seinem Fuss, lief alles nach Plan. Diesmal half auch keine Pferdesalbe. Mit schmerzverzerrtem Gesicht humpelte der untröstliche Giorgio über den Platz und es kam wie es kommen musste………….. 0 : 1 für Kirchberg.

Adrian und Dieter mussten die Überlegenheit ihrer Gegner neidlos anerkennen. Nach den ersten drei Einzeln stand es deshalb bereits 0 : 3 für unseren Gast. Nein, so hatten wir uns das wahrlich nicht vorgestellt. Unser Meisterexpress schien sich auf einer Mission Impossible zu befinden. Der Druck auf Edy und Berti war enorm und ihre Gegner hochkarätig. Berti pflegte wacker seine Matchballneurose, indem er zweimal zum Match aufschlagen konnte und kläglich versagte. Nach der verlorenen Hitzeschlacht war seine Flasche leer und es war nicht einmal mehr an einen Doppeleinsatz zu denken.

Edy und sein Gegner schoben sich einander derweil die Bälle, respektive die Verantwortung zu, bis sie nicht mehr genau wussten, wieviel eigentlich der Spielstand lautete……..das konnte also noch länger dauern.

Wer sollte nun mit Adrian das erste Doppel bestreiten? Schliesslich nahm Dieter das Geschehen in die Hand. Eigentlich war er ja schon mit einem Bein auf dem Heimweg, um sich für den Abend chic zu machen. Nach anfänglichen Abstimmungsproblemen harmonierten die beiden aber immer besser und schafften die unmöglich geglaubte Wende im Champions-Tiebreak.Inzwischen konnte endlich auch Edy sein Einzel zu einem erfolgreichen Abschluss bringen und weil sich auch unser eingespieltes Doppel mit Res und dem Schreibenden keine Blösse gab, konnte eine Kanterniederlage abgewendet werden. Mit dem Resultat von 3 : 4 fing die Rechnerei aber erst richtig an. Nach fünf Spieltagen hatten beide Mannschaften nun 23 Punkte auf ihrem Konto. Das Satzverhältnis musste entscheiden. Gemeinsam wurden die Resultate ins Smartphone getippt.

Gewonnene Punkte: 23 : 23Gewonnene Sätze: 50 : 50Verlorene Sätze: 34 : 33Das ergibt folgende Rangliste

1 Kirchberg 23   50-33
2 Belp 23   50-34
3 Schmitten 16   39-44
4 Sumiswald 13   33-35
5 Worb 12   32-48
6 Plasselb 11   27-37

Mit dem wohl knappsten möglichen Vorsprung hatte uns Kirchberg vom ersten Rang noch verdrängt und wurde ersterer. Gleichwohl dürfen wir stolz auf uns sein. Alle haben ihr Scherflein zu dieser tollen Saison beigetragen. Der Spirit in unserer illustren Truppe stimmt und sollten wir wieder am grünen Tisch aufsteigen, so hätten wir es verdient und würden die schwere Last mit stolzer Brust in die nächste Saison tragen. Ich freue mich jedenfalls schon darauf.

Hopp Belp!